März, 2015

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Wir gedenken der Opfer des Flugzeugunglücks in den französischen Alpen und beten für sie.

 

"Niklas" fegt

uns weg

Sturmtief "Niklas" wütet über Deutschland, hat sich zu einem Orkan entwickelt - Windgeschwindigkeiten bis zu 170 km/h. Für die Nordseeküste gibt es eine Sturmflutwarnung.  Bislang sind drei Todesopfer zu beklagen. Auf einer Landstraße bei Montabaur (Westerwald/Rheinland-Pfalz) krachte ein umstürzender Baum auf ein Fahrzeug der Straßenmeisterei - zwei Tote. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann, der vor seinem Haus stand, von einer einstürzenden Betonmauer erschlagen.  Der regionale Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen, Teilen von Rheinland-Pfalz und im Freistaat Bayern wurde eingestellt. In Frankfurt (Main) stürzte am Seehofpark im Stadtteil Sachsenhausen ein riesiger Baum um (Foto) -  Straße dicht, Stromausfall. Gründonnerstag könnte es im Flachland schneien. Für Karfreitag wird eine Wetterberuhigung erwartet. (hms)

Foto: R. Schmidt/hmsp 

Dr. Peter Gauweiler

Paukenschlag!

 

Dr. Peter Gauweiler

 

legt Parteiämter und

 

Bundestagsmandat nieder -

 

Verlässt er jetzt auch die CSU?

 

Landeshauptstadt München - „Als ich in das CSU-Präsidium berufen wurde, war meine politische Position in Europafragen völlig klar. Ich habe sie durch mehrere Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht und in vielen öffentlichen Äußerungen zum Ausdruck gebracht. Wer Peter Gauweiler zum stellvertretenden CSU-Vorsitzenden wählte, wusste genau, welche Positionen in Sachen Euro und Rettungspolitik damit gewählt wurden. Von mir ist öffentlich verlangt worden, dass ich - weil CSU-Vize - im Bundestag so abstimme, dass ich mich für das Gegenteil dessen entscheide, was ich seit Jahren vor dem Bundesverfassungsgericht und vor meinen Wählern vertrete und was ich als geltenden Inhalt der CSU-Programme verstehe. Dies ist mit meinem Verständnis der Aufgaben eines Abgeordneten unvereinbar.“

So beginnt die Erklärung von Rechtsanwalt Dr.Peter Gauweiler, der von seinen Parteiämtern zurückgetreten ist – und auch sein Bundestagsmandat zurückgibt.

Lesen Sie bitte weiter auf ZEITGESCHEHEN

 

 

Was jetzt, Herr Gauweiler?

 

Nach dem überraschenden Rücktritt von Dr. Peter Gauweiler

schießen Spekulationen ins Kraut:

 

Wird sich Gauweiler um das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten bemühen?  

Eher unwahrscheinlich (Möglichkeit von 25 Prozent)

 

Tritt Gauweiler der AfD bei und wird ihr Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017?

Nicht ausgeschlossen (Möglichkeit von 50 Prozent)

 

Es passiert gar nichts, Gauweiler bleibt einfaches CSU-Mitglied

Eher unwahrscheinlich (Möglichkeit von 25 Prozent)      - hms -

 

 

Es steht fest:

Co-Pilot war

selbstmordgefährdet -

 

Treten Sie zurück,

Herr Spohr!

 

Landeshauptstadt Düsseldorf - Co-Pilot Andreas L. (27), der den Absturz der Germanwings-Maschine in den südfranzösischen Alpen verursacht hat (er nahm 149 Menschen mit in den Tod), war vor Jahren selbstmordgefährdet. Offenbar bestand diese Gefährdung schon vor Beginn seiner Ausbildung zum Luftverkehrspiloten - die er dann aufgrund seiner psychischen Erkrankung für mehrere Wochen unterbrochen hat. Das ist das vorläufige Ermittlungsergebnis der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. 

Jetzt stellt sich für die Öffentlichkeit die Frage, wieso er seine Ausbildung fortsetzen  und danach als Copilot zum Einsatz kommen konnte, obwohl es klare, eindeutige Belege für seine Fluguntauglichkeit gab. Eine psychische Erkrankung schließt einen Einsatz im Cockpit einer Luftverkehrsmaschine aus (und zwar auf Dauer). Lufthansa und die Konzerntochter Germanwings hatten über den Grund der Ausbildungsunterbrechung gegenüber der Öffentlichkeit permanent geschwiegen.

Dabei wussten sie davon: Die Erkrankung des Flugschülers L. war von Anfgang an aktenkundig.

(hms)

 

 

Lufthansa räumt ein:

Andreas L.

hat Verkehrsfliegerschule

von seiner psychiatrischen

Erkrankung informiert

 

Unter der Überscherift "Deutsche Lufthansa treibt Aufklöärung voran" veröffentlichte der Konzern gestern folgende Stellungnahme, die wir im vollen Wortlaut veröffentlichen:

"31.03. 19:15 Uhr: Deutsche Lufthansa treibt Aufklärung voran - Der Co-Pilot des Germanwingsflugs 4U9525 hatte in seiner Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule eine Unterbrechung von mehreren Monaten. Im Anschluss wurde dem Co-Piloten die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt.

Im Interesse einer schnellen und lückenlosen Aufklärung hat Lufthansa der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach weiteren internen Recherchen zusätzliche Unterlagen übergeben, insbesondere Ausbildungsunterlagen und medizinische Unterlagen. Dies umfasst auch die E-Mail-Korrespondenz des Co-Piloten mit der Verkehrsfliegerschule. Darin hatte er im Jahr 2009 als Flugschüler im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner Ausbildung durch Übersendung medizinischer Unterlagen die Verkehrsfliegerschule über eine „abgeklungene schwere depressive Episode“ informiert.

Das Unternehmen wird die Aufklärung der Ermittlungsbehörden weiterhin uneingeschränkt unterstützen. Haben Sie deshalb Verständnis dafür, dass wir derzeit keine weiteren Erklärungen abgeben können, weil wir den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nicht vorgreifen wollen."

 

Lufthansa sagt

Jubiläumsfeier ab

 

31.03. 15:00 Uhr (Offizielle Mitteilung der Deutschen Lufthansa):

"Aus Respekt vor den Opfern des Absturzes von Flug 4U 9525 sagt Lufthansa die ursprünglich für den 15. April 2015 vorgesehenen Feierlichkeiten zum 60 jährigen Bestehen des Unternehmens ab.

An Stelle der geplanten Jubiläumsveranstaltung wird Lufthansa den Staatsakt aus dem Kölner Dom, bei dem Angehörige und Freunde am 17. April 2015 der Opfer gedenken werden, für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen.

 

K o m m e n t a r

 

Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hat in der letzten Woche viel gesagt und erklärt. Er hat  auch erklärt, es sei  "nicht unüblich", das eine Piloten-Ausbildung unterbrochen wird. Das mag ja durchaus sein. Aber doch nicht aus dem Grund, dass der angehende Pilot psychisch krank ist! 

Die beste Piloten-Ausbildung der Welt (mit den angeblich härtesten Tests überhaupt) steht nun auf dem Prüfstand. Für die Lufthansa die schwierigsten Wochen seit der Konzerngründung.

Herr Spohr sollte zurücktreten.

Seine "Informationspolitik" war und ist unglaubwürdig. Sie schafft kein Vertrauen.

Erst gestern (Dienstag) hat die Lufthansa eingeräumt, dass die psychischen Probleme von Flugschüler Andreas L. seit 2008 aktenkundig waren. Die Lufthansa konnte gar nicht mehr anders, als mit der Wahrheit herauszurücken: Die Staatsanwaltschaft hat eindeutige Belege.

Nur zugeben, was nicht mehr zu verbergen ist - das ist unwürdig. Die Lufthansa hatte bislang geäußert, die psychischen Probleme von Andreas L. seien ihr nicht bekannt gewesen.

Erbärmlich, wie bei einem solch tragischen Geschehen mit der Wahrheit umgegangen wird.

Die Lufthansa geht einen schweren Gang.

 

Hans Martin Schmidt

 

Germanwings - Maschine (Symbolfoto, es wird nicht das Unglücksflugzeug gezeigt) - FOTO: Germanwings

MONTABAUR:

Der Schock sitzt tief 

 

Die Westerwälder sind manchmal etwas stur, aber sehr herzlich. „Hui Wäller!“ ist origineller Schlachtruf. So grüßen sich die Einheimischen. Auch ein Wanderclub heißt so. Wem es gelingt,  sich mit den "Wällern" anzufreunden, schwärmt von ihrem guten Charakter: „Grundehrlich, mit beiden Füßen fest auf dem Boden, lebensbejahend, lebensfroh."

Montabaur gilt als „Tor zum Westerwald“. Eine vielseitige Stadt, auch ein Wirtschaftsmittelpunkt. Im Schloss werden Banker für Führungspositionen ausgebildet. Ein Hotel gehört dazu. 

Die Fußgängerzone ist ein Treffpunkt für Bürger, für Gäste.

Der ältere Mann sitzt auf der Bank vor einem Geschäft, guckt die Straße rauf und runter: „Ich bin Rentner, habe Zeit. Manchmal kommen Bekannte vorbei. Dann reden wir zusammen. Es ist ja einiges passiert.“

Der Absturz der Germanwings in den französischen Alpen hat Montabaur über Nacht weltberühmt gemacht. Rentner K. weiß, wo Co-Pilot Andreas L. gewohnt hat: „Das ist alles.“ Er weiß aber, dass es jemand gibt, der dem legendären „Jagdgeschwader Immelmann“ angehört hat und dessen Name identisch ist mit dem des Co-Piloten. „Das mag ein Zufall sein.“

Stört es ihn, dass Montabaur jetzt in aller Munde ist?

„Ich denke, niemand hat sich das gewünscht.“ Dann senkt er den Kopf: „Furchtbar, die armen Menschen ...“ Was soll aus der Familie des Co-Piloten werden? Eine ältere Frau hat sich zu uns gesellt. Sie sagt: „Die können hier wegziehen ...“ Ein Ladenbesitzer schüttelt unwirsch den Kopf, als ich ihn anspreche: „Wir haben doch schon genug Probleme. Und dann das noch!“

Eine jüngere Frau stellt ihren Tasche neben sich, holt ein Tempotuch heraus, putzt sich die Nase: „Ich komme nicht aus Montabaur, das ist auch gut so. Der Name der Stadt wird wohl auf lange Zeit mit diesem Geschehen, mit diesem Massenmord, verbunden bleiben. Furchtbar!“

Ein Mann mit Rauschebart, der ein Fahrrad schiebt: „Es wird schwer, ganz schwer, wieder zum Alltag, zur vermeintlichen Normalität zurückzufinden. Der Schock sitzt tief, ganz tief ...“

(hms)

 

 

Was trieb diesen Menschen

Andreas L.?

Badische Neueste Nachrichten/Kommentar von Klaus Gassner

 

Karlsruhe (ots) - Was trieb diesen Menschen Andreas L. an, der offenkundig hilfesuchend Ärzte konsultierte, aber die nächste Konsequenz vermied: Seine Krankheit zu akzeptieren. Und wie steht es um die Eingriffsmöglichkeiten des Unternehmens? Wie lange lassen sich trotz regelmäßiger Checks Krankheitsbilder verheimlichen? Eines scheint festzustehen: Die schwere Schuld an diesem grauenhaften Geschehen trägt ein Mensch, der die Realität seiner Krankheit verdrängte und die Größe seiner Verantwortung verkannte.

 

 

Parallele

Die "Frankfurter Neue Presse" berichtete, dass vor eineinhalb Jahren ein Pilot in Afrika ein Fluguzeug auf die gleiche Weise abstürzen ließ. Alle 34 Insassen der Maschine starben.

 

Unsicher  

(ots) - Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine ist die Diskussion um die Sicherheit von Flugzeugen neu entbrannt. Rein statistisch ist das Flugzeug eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt - aber die Deutschen empfinden das nicht so. In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage halten gerade mal 13 Prozent der Befragten das Flugzeug für das sicherste Verkehrsmittel. Nur das Schiff wird als noch unsicherer empfunden: Ganze 2 Prozent fühlen sich auf einem Schiff am sichersten. Die Bahn empfinden 26 Prozent der Befragten als sicherstes Verkehrsmittel. Ausgerechnet das unfallträchtige Auto wird als sicherstes Fortbewegungsmittel eingestuft: 55 Prozent der Deutschen fühlen sich im Auto am sichersten.

Trotz mangelndem Vertrauen in das Flugzeug wollen die meisten Deutschen auch weiterhin fliegen. 85 Prozent der Befragten sagen, der Absturz habe keinen Einfluss auf ihr Reiseverhalten. Nur 11 Prozent der Deutschen wollen derzeit lieber nicht fliegen (Quelle: N24/Feldzeit: 25.03.2015 Befragte: ca. 1.000/N24 Programmkommunikation)

 

BERLINER MORGENPOST:

Der Faktor Mensch

ist unberechenbar

 

Leitartikel von Diana Zinkler über die Tage nach dem Absturz der Airbus-Maschine

Hauptstadt Berlin (ots) - Die Frage "Warum?" wird bei Katastrophen gern gestellt und bleibt doch immer unbeantwortet. Es kann keine sinnvolle Antwort für den plötzlichen Tod von 150 Menschen geben. Nicht für den Tod von 16 Schülern, von sechs Crewmitgliedern, nicht von einer Sängerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Und es gibt auch keine Antwort für diejenigen, die nun ein Kind, einen Mann, eine Frau, einen Freund verloren haben. Wenn es eine Antwort für uns alle gibt, die wir eigentlich nichts mit den Verunglückten zu tun haben, dann das mehr zu schätzen, was wir haben. Und zwar jeden Tag. Das Leben.

Der vollständige Leitartikel im Internet: www.morgenpost.de/138884574

 

28. März 2015

Ein Urlaubsbild. Der junge Mann lacht in die Kamera. Doch mir fällt auf: Seine Augen wirken müde, traurig. Andreas L., "der Todespilot", postete dieses Foto, das jetztzahlreich in den Medien zu sehen ist, über Facebook.